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Marktliberalisierung: Eine kommunikative Herausforderung
Die Liberalisierung von Märkten weckt Erwartungen, aber auch Ängste. Manche(r) fürchtet bereits um den Arbeitsplatz, etwa in der Stromwirtschaft. Deshalb ist eine einheitliche Kommunikationsstrategie notwendig, um Vor- und Nachteile sachlich zu vermitteln. Eines steht jetzt schon fest: Liberalisierung ja, aber bitte nicht ohne Grenzen. Denn aus den USA kommen bereits die ersten Beispiele, dass schrankenlose Liberalisierung nicht nur positive Folgen haben kann.
Marktliberalisierung zwingt die betroffenen Unternehmen, neue Wege zu gehen, sich zu öffnen, sich zu verändern. Dies kann nur zusammen mit den Mitarbeitern gelingen. Deshalb ist gelungene interne Kommunikation entscheidend.
Teils existentielle Sorgen Viele Unternehmen stehen den durch Deregulierung ausgelösten Veränderungsprozessen jedoch eher unbeweglich gegenüber. Auf Mitarbeiterseite führt das zu Unsicherheit und existenziellen Sorgen. Was kommt auf mich zu? Wo finde ich mich im neuen Gefüge wieder? Wie komme ich darin zurecht und welche Perspektiven habe ich? Wie sicher ist dann noch mein Arbeitsplatz? Dies sind Fragen, die sich das Top-Management nicht immer ausreichend und rechtzeitig stellt.
Integration als Schlüsselfaktor Die frühzeitige Integration der Führungskräfte und Mitarbeiter in den Veränderungsprozess ist jedoch ein Schlüsselfaktor für den Erfolg. Denn nur mit informierten und motivierten Mitarbeitern gelingt die Veränderung.
Top-Down-Verlautbarungen des Managements oder die Überflutung mit elektronischer Post und gedruckten Informationen reichen zur Motivation nicht aus. Führungskräfte und Mitarbeiter müssen mit unterschiedlichen Ansätzen und Methoden vorbereitet werden. Im Kern geht es darum, dass sie verstehen, warum die Veränderung notwendig ist, und erleben, was sie konkret für den Einzelnen bedeutet. Daher ist eine kontinuierliche und glaubwürdige Vermittlung unternehmerischer Entscheidungen und Prozesse unverzichtbar.
Lebendige Kommunikation Eine lebendige Kommunikation zwischen Management und Mitarbeitern schafft Verständnis und Identifikation mit den Verfahren und Zielen der Veränderung der Markt- und Unternehmensstrukturen. Persönliche Treffen, Feedback-Foren, Seminare, Trainings und Umfragen erweisen sich hier neben der klassischen Mitarbeiterzeitschrift als nützliche Instrumente.
Das Management auf Top-, Projekt- oder Teamebene nimmt dabei mehr denn je die Kommunikatorenrolle ein - unabhängig davon, ob Kommunikationsfachleute als Mittler und Gestalter unterstützend zur Seite stehen. Nur die aktuelle und wechselseitige Kommunikation bildet Vertrauen, und somit ist es die Aufgabe von Führungskräften, die Kommunikation von unten nach oben und unter den Mitarbeitern beständig zu fördern. Für das Management als Initiator des Kommunikationsprozesses bedeutet das: Umdenken und Sensibilisierung für die Gesamtplanung einer ganzheitlich ausgerichteten internen Kommunikation.
Klaus Lintemeier, Managing Director DeekelingKommunikation GmbH, Berlin, Düsseldorf, Frankfurt/Main
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